Fünf kuriose Flirt-Trends

Von Power-Dating bis Speed-Hating

Die große Liebe zu finden, ist auch in Zeiten des Online-Datens bisweilen schwieriger, als man denkt. Glücklicherweise gibt es Menschen, die sich jede Menge einfallen lassen, um Singles zu ihrem Glück zu verhelfen. Manche dieser Methoden sind dabei allerdings etwas ungewöhnlich. Wir haben uns umgesehen und die fünf seltsamsten Flirt-Trends gekürt, die Singles das Finden des Traumpartners erleichtern sollen.

Platz 5: Power-Dating – Masse statt Klasse?
Power-Dating oder auch Extreme-Dating bedeutet, in sehr kurzen Abständen so viele neue Bekanntschaften wie möglich zu knüpfen. Hintergrund dieser Idee ist die angebliche Tatsache, dass der Mensch bereits in den ersten Sekunden über Sympathie und Antipathie entscheidet. In Hamburg wurde 2008 ein neuer Power-Dating Weltrekord aufgestellt: Innerhalb von dreieinhalb Stunden trafen sich 132 Frauen und 120 Männer je 45 Sekunden lang zu insgesamt 15.840 Blitz-Blind Dates. Fragt sich, ob man nach so vielen Begegnungen die Traumfrau von Date Nr. 14 überhaupt noch wiedererkennt. Genau das Richtige für Menschen mit Langzeitgedächtnis und “Kurzzeitflirter”, die sich sicher sind, andere in 45 Sekunden sowohl einschätzen als auch von sich selbst überzeugen zu können.

Platz 4: Single-Basar – Ersteigere dir deinen Traumpartner!
“3-2-1-meins” lautet die Devise dieses äußerst ungewöhnlichen Dating-Trends. Doch statt alte Schallplatten oder Heino-Autogrammen ersteigert man sich hier Menschen beziehungsweise deren E-Mail-Adressen – oder man bietet sich selbst zur Auktion an. Freundlicherweise darf man dabei selbst entscheiden, wer für einen bieten darf und wer nicht. Einfluss auf den Ausgang der Auktion hat man allerdings nicht, der Meistbietende gewinnt. Ein abgegebenes Gebot kann übrigens nicht mehr zurückgezogen werden, schließlich “entspricht dies einem rechtskräftigem Kaufgebot”. Eine tolle Idee für jeden, der denkt, dass man mit Geld wirklich alles kaufen kann oder für den die Brieftasche des potentiellen Partners ausschlaggebend ist.

Platz 3: Dating in the Dark – Das “Blind Date” im wörtlichen Sinne
Der Verzicht auf visuelle Reize ist die Intention dieses Dating-Konzepts aus Berlin, das wie Speed-Dating im Dunkeln funktioniert. Fünf Männer und fünf Frauen sitzen sich getrennt durch einen Vorhang gegenüber. Auf Kommando ziehen alle Teilnehmer blickdichte Augenbinden über und der Vorhang geht auf. Nach einem achtminütigen Gespräch wird durchgewechselt. Da es keinerlei Ablenkung durch so unwichtige Dinge wie das Aussehen gibt, bleibt die Aufmerksamkeit des Gegenübers garantiert nicht an einem tiefen Ausschnitt oder am Speiserest zwischen den Zähnen hängen. Mit dem Herzen sieht man angeblich sowieso besser. Und der Klang der Stimme soll ja auch tiefe Einblicke in den Charakter eines fremden Menschen gewähren. Wer schon immer mal nur mit seinen inneren Werten punkten wollte, ohne das Gegenüber durch sein Aussehen abzulenken, ist hier goldrichtig.

Platz 2: Silent-Dating – Schweig mich an, Baby!
Wie der Name schon vermuten lässt, besteht dieser neue Trend aus den USA darin, sich ganz ohne Worte kennenzulernen. Reden wird ja bekanntlich sowieso überbewertet und eine schrille Mikey-Mouse-Stimme oder ein seltsamer Dialekt sollten in der Liebe doch kein Ausschlusskriterium sein. Für nur 25 Euro pro Person dürfen sich deshalb zehn Frauen und zehn Männer pärchenweise fünf Minuten lang nach Herzenslust beharrlich anschweigen. Die Kommunikation findet lediglich durch Mimik, Gestik und in schriftlicher Form statt. Zwanghafte Ticks wie permanentes Zwinkern, Probleme mit der Rechtschreibung oder eine gänzlich unleserliche Handschrift könnten dabei allerdings hinderlich wirken. Wer sich aber gerne an das Zettelchenschreiben der Schulzeit zurückerinnern möchte oder beim Flirten generell vor Aufregung kein Wort über die Lippen bringt, sollte sich hier pudelwohl fühlen.

And the winner is…

Platz 1: Speed-Hating – Warum immer nett sein?
Dass Briten einen sehr eigenen Sinn für Humor haben, ist hinlänglich bekannt. So verwundert es auch nicht, dass dieser Flirt-Trend dem Londoner Carl Hill zu verdanken ist. Vom Ablauf her ähnelt das Speed-Hating dem konventionellen Speed-Dating. Zehn Pärchen sitzen sich abwechselnd fünf Minuten lang gegenüber. Es werden aber keine nichtssagenden Nettigkeiten ausgetauscht, stattdessen sollen die Paare möglichst intensiv über ihre Lieblings-Hassthemen streiten. Wem spontan kein Thema einfällt, dem dienen Vorschläge wie das Wetter, die Bierpreise oder die Musikgruppe Coldplay als Inspiration. Alternativ kann man sich auch einfach gegenseitig beleidigen. Wer es also satt hat, sich immer nur von der besten Seite zu zeigen, kann hier bei Fragen wie: “Wenn ich dich verlassen würde, auf welche Weise würdest du aus Rache mein Haustier umbringen?” ganz unverkrampft sein “Blind Hate” genießen.

Fazit: Beim Dating gibt es fast nichts, das es nicht gibt. Man mag die Sinnhaftigkeit und Effizienz mancher Trends anzweifeln, wenn man das Ganze aber nicht zu eng sieht, wird der Spaßfaktor beim Kennenlernen mit Sicherheit erhöht.

Autor: Markus Frank
Markus Frank (40) leitet die Redaktion von FriendScout24. Er kann alle Strophen von Max Raabes "Küssen kann man nicht alleine" auswendig (behauptet er jedenfalls) und glaubt auch sonst, dass in Liedern viel Erkenntnis steckt.


2 Kommentare

  1. Ingeborg 29 schrieb:

    Warum schauen die “Mittelalten” immer nur nach Amerika. Hat diese Generation keine eigenen Ideen?
    Ich halte die Ideeen aus Amerika geradezu für schädlich für unsere deutsche Kultur, wenn diese Ideeen dann noch von niviaulosen Köpfen in die Tat umgesetzt werden, erlebt man unglaubliche Dinge.

  2. MickMain schrieb:

    „…man trifft sich wie Geier beim Fraß“
    Dieser immerhin schon Jahrzehnte alte Ausspruch von Henry Miller scheint aktueller zu sein denn je. Da hat die postbarocke „Carpe diem“- Kultur ihren Höhepunkt erreicht, schneller als sich Treffen kann man schon fast nicht mehr erleben.
    Der virtuelle Ringeltanz ohne Anfassen ist ja auch viel bequemer – bunt ist das Leben, und die vielen Bildchen sowieso. In der Kneipe darf man nicht mehr rauchen, also bleiben wir Zuhause – mit unseren Illusion in den Tag, über die Nacht. Erinnerungen werden abgewürgt, oder man bleibt an ihnen hängen wie die Fliege am Honigband.

    Na ja, wenn man so manche Beschreibungen in den Profilen mit der Realität vergleicht, kann man schon fast blind werden. Da bringt das „Blind-Dating“ fast auch schon keine neuen Überraschungen mehr.
    Da bringt das „Speed-Hating“ evtl. schon mehr. Da kann man sich mal so richtig auslassen am unbekannten Gegenüber, der/die kann sich ja im Nachhinein überlegen was es gebracht hat, oder auch nicht…bei dem oft so scheinheilig umständlichen Getue um ein Treffen, um die vermeintl. Partnerschaft oder sonstwas ein mögliches Aquivalent. Hehe…Love it hurts me.
    „Speed-Dating“ – den Film kann man wohl auch vergessen. Ob blond, ob braun – ich liebe alle Frauen..? Ok gut, reine Geschmacksache…
    3-2-1-meins? Ich wollte ja schon immer mal Bauer werden…aber soweit bin ich noch nicht… :-D